Handball Herren: SC Germania List – TuS Bothfeld v. 1904 e.V. III 19:24


1. Herren verlieren Spitzenspiel gegen Bothfeld und die Tabellenführung

Die 1. Herren durfte am Sonntag den Heimspieltag der Herren eröffnen. Gegen den noch ungeschlagenen Tabellenzweiten aus Bothfeld erwartete die Germanen ein echtes Spitzenspiel. Mit einer vollen Bank im Rücken schickte der Trainer Christian Bunte, Björn Reinke, Thade Bleßmann, Tim Fillmer, Thorsten Glückhardt von Links nach Rechts und Patrick Rasche am Kreis aufs Spielfeld. Marc-Daniel Blasius begann zwischen den Pfosten.

Der Wichtigkeit des Spieles bewusst, ging die Heimmannschaft entsprechend motiviert ins Spiel. Gleich beim ersten Angriff der Gäste konnte Björn Reinke ein Ausrufezeichen setzen. Vom Kreisläufer hinterlaufen konnte er den als Heber angesetzten Pass vom halbrechten Gegenspieler blocken und dadurch eine gute Wurfchance verhindern. Die Germanen ließen dem Gegner in den ersten Angriffen kein Durchkommen und konnten im Gegenzug durch ein Tempogegenstoß von Tim Fillmer die erste Führung der Partie für sich verbuchen. Die Anfangszeit der Partie bestach durch starke Abwehrreihen auf beiden Seiten, die wenig Lücken bot um gute Torchancen zu erarbeiten. Die glücklosen Wurfversuche resultieren zudem selten in Freiwürfen, da der Schiedsrichters viel laufen ließ und bei Behinderungen der angreifenden Mannschaften lieber einmal weniger als einmal zuviel pfiff. Eine Linie, die im späteren Spielverlauf noch wichtig werden sollte. Nach sechs Minuten stand es erst 1:1.

In den folgenden zehn Minuten dominierten weiter die starken Abwehrreihen. Allerdings unterliefen der Heimmanschaft einige Fehler die in leichten Tempogegenstößen und Toren mündete. Ein unkonzentrierter Spielverlauf der den Trainer Volker Belde zu einer Auszeit in der 16. Minute beim Stand von 1:5 zwang. Nach der Auszeit setzte Rechtsaußen Thorsten Glückhardt gleich eine Duftmarke als er aus schwierigem Winkel den Ball zwischen Torwart und Pfosten ins Netz zwang. In der Folge gelang es den Germanen jedoch nicht ein Rezept gegen die Spielweise von Bothfeld zu finden. Die Gäste konnten ihre Führung sogar auf fünf Tore ausbauen.

In der 25. Minute kam es dann zu einer Szene die das Potential hatte dem Spiel eine neue Wendung zu geben. Der Bothfelder Markus Kampers, zu dem Zeitpunkt für drei der elf Tore seiner Mannschaft verantwortlich, schickte den im Sprungwurf befindlichen Tim Fillmer mit einem harten Stoß gegen den Oberkörper auf den Hallenboden – ohne zögern zog der Schiedsrichter die rote Karte. Eine harte aber vertretbare Entscheidung. In der Folge gelang den Gästen nur noch ein Tor in den letzten sechs Minuten der ersten Halbzeit. Allerdings spielten die Hausherren weiterhin glücklos im Angriff und konnten in diesem Zeitraum den gegnerischen Torwart kein einziges Mal bezwingen. So ging es mit einem 6:12 in die Halbzeitpause.

Die zweite Halbzeit begann jedoch wie die erste aufgehört hatte. Nach einem Ballverlust von Bothfeld wurde versucht Tempo aufzunehmen, doch der Pass ging unbedrängt ins Seitenaus. Symptomatisch für den bisherigen Spielverlauf. Germania hatte in dieser Phase des Spiels kein Glück im Angriff, wodurch die vereinzelten Tore der Gäste ausreichten, um den Rückstand auf neun Tore bis zur 35. Minute auszubauen. Bei dieser Tordifferenz blieb es dann bis zur 40. Minute.

Nun begannen die Gäste aber sichtlich an Kraft zu verlieren. Die zähe Abwehrschlacht und die durch die rote Karte reduzierten Wechseloptionen zollte ihren Tribut. Das Team von Trainer Volker Belde schien dies zu merken und zog ihrerseits das Tempo an. Bis zur 50. Minute reduzierte sich der Rückstand auf vier Tore. Insbesondere der junge Linksaußen Jakob Wilts zeigte sowohl über die Geschwindigkeit als auch im eins-gegen-eins dass er eine echte Alternative ist. Eine erfolgreiche Aufholjagd war jetzt wieder im Bereich des möglichen.

In dieser Phase kam es dann zu einer kritischen Situation für den weiteren Spielverlauf. Nach einem erneuten Ballverlust von Bothfeld konnte Kapitän Thade Bleßmann den Ball erobern. Der folgende Passversuch kam jedoch auf Grund eines Stoßes eines Gegenspielers nicht beim nach vorne eilenden Jakob Wilts an. Statt auf Freiwurf zu entscheiden zeigte der Schiedsrichter jedoch Abwurf für Bothfeld an. Diese Entscheidung sorgte für sichtlichen Unmut auf den Rängen und bei den Spielern. Als im Gegenzug Bothfeld das Tor machte und damit den Vorsprung wieder auf fünf Treffer erhöhte, war der Aufholjagd der Wind aus den Segeln genommen. In den letzten Minuten blieb es bei dem fünf-Tore-Rückstand und das Spiel endete 19:24. Eine Niederlage, die gegen einen erfahrenen Gegner zwar in Ordnung geht aber für das Rückspiel eine Möglichkeit aufgezeigt hat: Dem Hochgeschwindigkeitshandball den die Germanen in der zweiten Hälfte teilsweise zeigten, wussten die Bothfelder wenig entgegenzusetzen.

Für Germania am Ball: R. Nillies, P. Swora (3), J. Wilts (3), J. Wilcke (1), T. Bleßmann (2), B. Reinke (4), P. Rasche (1), T. Othmer, C. Bunte, T. Fillmer (2), C. Gerlach, J. Rinne, M. Blasius, T. Glückhardt

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